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Im Museum Johannes Reuchlin

Etwas beruhigt stellte ich fest, daß sich niemand mehr im Museum Johannes Reuchlin befand.
Scheinbar hatte ich den Einbrecher allein durch meine Anwesenheit verscheucht.

Ich schaute mich um, alles schien noch da zu sein. Aber ich kannte auch nicht alles auswendig.

Da kam mir eine Idee, es gab doch noch die Überwachungskameras.

Doch wie lautet das Passwort um die Aufzeichnungen anzuschauen?

Ein wenig Hintergrundwissen am Rande…

Wer wir Löblichen Singer sind

Die Löbliche Singergesellschaft von 1501 Pforzheim ist eine der ältesten Bürger-Initiative Deutschlands.

Die Löbliche Singergesellschaft ist ausschließlich an humanitären, sozialen, caritativen, stadtgeschichtlichen und kulturellen Zielen orientiert.

Die Löbliche Singergesellschaft ist völlig unabhängig und absolut überparteilich. Zusammenschluss und Zusammenhalt der Löblichen Singer beruhen auf rein freiwilliger Basis. Seit ihrer Gründung im Jahr 1501 haben die Satzungen der Gesellschaft viele zeitorientierte Neufassungen erfahren, jedoch blieben Sinn und Zweck der Gesellschaft stets im Geist der Gründer aus dem Pforzheimer Pestjahr 1501 erhalten: u.a. sind deshalb alle „Singer“ ausschließlich volljährige, männliche Bürger Pforzheims oder Männer, die sich der Stadt Pforzheim und ihrer Region verbunden fühlen.

Wer wir Löblichen Singer NICHT sind

Der Name unserer Gesellschaft wird im aktuellen Sprachgebrauch und Sinnverständnis oft fehlinterpretiert.

Die Löbliche Singergesellschaft ist kein Gesangverein, keine Loge, kein Orden, keine Sekte, keine bündische Vereinigung, kein ausschließlich historisch oder heimatkundlich-orientierter Verein. In der Löblichen Singergesellschaft gibt es keine Trachten, Riten, Orden oder Ehrenzeichen. Und nichts ist in und an der Löblichen geheim.

Im Gegenteil: alles wird offen gelegt und ohne Vorbehalt öffentlich zugänglich gemacht. Die Löbliche kann dies durch ihre über 500-jährige Geschichte hindurch beweisen und ihr Engagement in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft offen legen: Die Löbliche Singergesellschaft ist für alle Bürgerinnen und Bürger in Pforzheim aktiv.

DAS MUSEUM JOHANNES REUCHLIN

2008 wurde das Museum Johannes Reuchlin an der Schloßkirche eingeweiht. Es trat an die Stelle der einstigen, an den Stiftschor angebauten Kirchenbibliothek, die am 23. Februar 1945 dem schweren Luftangriff zum Opfer fiel. Die Initiative zum Wiederaufbau geht auf den Verein Freunde der Schloßkirche zurück, der den Architekten Professor Bernhard Hirche (Hamburg) mit der Entwurfsplanung beauftragte. Hirche gelang ein Spagat: Er vereinte die Annäherung an das Bild des kriegszerstörten Vorgängerbaus mit einer erkennbar zeitgenössischen Formensprache der Ausstellungsarchitektur, zudem respektierte er die baulichen Bestandsreste im Sinne einer spurensichernden Denkmalpflege.
Der Innenraum des Museums ist ein »Einraum« (B. Hirche). Dessen innenarchitektonische Gestaltung erinnert an die einstige Kirchenbibliothek, die Reuchlin 1522 durch seine Bücherstiftung bereichert hatte. Die transparente Ausstellungsarchitektur ist als Stahl- Glas-Konstruktion von der Decke abgehängt. Sie verleiht dem Innenraum sein besonderes Flair mit »schwebenden« Ausstellungsebenen und gläsernen Vitrinen. Als mahnende Erinnerung an den Akt der Kriegszerstörung ist die südliche Chorwand mit ihren Wunden in voller Höhe sichtbar belassen (»Wand des Humanismus«).
Vom Museum führt ein direkter Zugang zum spätgotischen Stiftschor, der einst Versammlungsort der gelehrten Stiftsherren war. Seit 1556 diente dieser als Grablege der markgräflich- badischen Familie und wurde mit aufwändigen Grabdenkmälern im Stil der Spätrenaissancezeit künstlerisch gestaltet.
Neu im Stiftschor ist die Klanginstallation »Genesis«, ein Musikwerk als Hommage an Johannes Reuchlin.
Das Museum Johannes Reuchlin versteht sich als Lernort und Stätte des Humanismus. Es ist Mitglied im Netzwerk der Arbeitsstelle der literarischen Museen, Archive und Gedenkstätten (alim) in Baden-Württemberg.

Christoph Timm